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Kommissionierung

Baustelle Kommissionierung ist das Zusammenstellen von bestimmten Teilmengen (Artikeln) aus einer bereitgestellten Gesamtmenge (Sortiment) aufgrund von Aufträgen. Dabei kann es sich um einen Kundenauftrag oder auch um einen Produktionsauftrag handeln. Der Mitarbeiter, der den Auftrag zusammenstellt, wird als Kommissionierer, Picker oder Greifer bezeichnet.
Soweit so gut.

Bei User-Projekten wird irgendwann der Tag kommen, an dem das entwickelte Produkt auch irgendwie an alle Interessierte ausgeteilt werden muß.

Hier geht es nicht um das Projekt oder die Teile-Beschaffung, sondern wie kann man die verschiedenen Einzelteile des Bausatzes zusammenstellen und verpacken. Und zwar fehlerfrei. Der Empfänger muß sich darauf verlassen können, das im Kondensatorfach der richtige Wert liegt. In einer losen Tüte gäbe es sofort ein Chaos, weil Kondensatoren, wie auch einige andere Bauteile, keinen Aufdruck haben. Einzig der Schnippler oder Abroller kennt den Wert.

Denn … nichts ist ärgerlicher, wenn wegen einem 1-Cent-Bauteil es nicht weiter geht und ein Brief nachgeschickt werden muß.

 Dies ist keine Allround-Anleitung. Vielmehr soll es eine Anregung sein, Hinweise und Tipps vermitteln, die ich in den letzten Jahren bei genau solchen Sammelbestellungen gesammelt habe. Ich hoffe, ich kann damit helfen.


Werkzeug

Das Wichtigste Gerät ist ohne Zweifel der Klebeband-Abroller. Die Dinger für die Hand landen ganz schnell an der Wand. Das Filzstift sollte eine wasserfeste Version sein. Das Lupenglas ist manchmal ganz hilfreich um diese winzige Schrift auf den IC's usw. lesen zu können. Der Rest ist wohl selbsterklärend. …


Material

Einpack-Material ist nicht gleich Einpack-Meterial !!! Alle statisch empfindlichen Bauteil, wie z.B. IC, Dioden, Transistoren, müßen antistatisch verpackt werden. Tesa-Film und normale Plastikfolien gehen nicht ! Auch Styropor mit Alu-Folie funktioniert nicht !! Im Gegenteil … was passiert, wenn das Loch in der Alufolie größer als das Beinchen ist ? …
Die geeigneten Folien und Tüten sind unter anderem schon an ihrer Farbe rosa bzw. schwarz zu erkennen. Zudem haben sie immer ein entsprechendes Zeichen aufgedruckt. Das gilt sinngemäß auch für Schaumstoff-Schachteln usw.


Klebezettel R+C

Durch mehrere Sammelbestellung hat sich bei mir dieses Vorgehensweise als sehr praktisch herausgestellt. Die verschiedenen SMD-Widerstände und -Kondensatoren und z.T. auch einige kleine aktive Bauelemente wie Transistoren und Dioden werden auf einen vordrucken Zettel mittels durchsichtigem Klebeband aufgeklebt. Wichtig dabei ist, das alle ! Bauteile irgendwie schon selbst eine Hülle haben. Der Klebstoff wäre sonst an den Lötstellen.

Die Aufklebeflächen im Zickzack und mit Leerzeilen dazwischen liegen in der Mitte des Zettels. Die Anzahl des Bauteils habe ich einmal links am Rand und einmal in die Mitte des Kästchen gedruckt. Den Wert sollte man natürlich auch noch angeben. An den rechten Rand schreibe ich gern die anderen Bauteile in Gruppen zusammengefaßt wie sie z.B. in einer Tüte sind. Das hat den Vorteil, das man alle Bauteil-Namen zur Hand hat, der Versender und der Empfänger nochmal eine Kontroll-Möglichkeit.

Grundsätzlich alles in überschaubare Häppchen aufteilen. D.h. bei vielen Zetteln diese in zwei oder drei Zyklen teilen. Und auch nicht alle Werte von oben nach unten verarbeiten. Am Besten immer nur drei Werte nehmen. Dabei darauf achten, daß diese in Anzahl und Farbe oder Form unterschiedlich sind. Auch sollten sie nicht unbedingt gleich nebeneinander liegen. Diese Bauteile werden in genau der benötigten Anzahl geschnitten bzw. in ein Schächtelchen gezählt (auch als ein zusätzlicher Kontroll-Mechanismus).

Wenn man auch noch einen kleinen Werte-Zettel mit hineinlegt, kann auch schon mal eine Störung oder längere Unterbrechung kommen.

Beim Aufkleben mit Tesafilm (keinen! Flüssigkleber!) darauf achten, daß bei den Kondensatoren und Widerständen in den Papierstreifen, die Fensterseite oben und sichtbar ist. Die Plastil-Streifen genau umgekehrt.

Achso … die Zettel nicht im Stapel verkleben. Immer nur einer auf der Unterlage: geht besser ;-)

Alles reine Psychologie … aber es funktioniert.




Fertig ! Jetzt noch falten. Aber bitte nicht mitten durch eine Bauteil-Reihe ;-) Nach dem ersten Zettel weiß man schon, ob es kurz vor oder kurz nach der Mitte ist. Danach links und rechts ohne Überlappung einschlagen. Als Orientierung kann man da ganz wunderbar die rechte senkrechte Linie nehmen (deshalb ist sie so). Und jetzt noch eintüten und nichts kann verloren gehen. Wenn man mehrere Klebezettel hat, ist es vorteihaft etwas Sichtbares zu notieren.



Tüten

Nun kann nicht alles auf den Zettel kleben. Die anderen Teile art- und/oder sinngemäß zusammenfassen.
Hier habe ich die (sehr) langen R+C-Streifen mit den Elkos und sonstigen flachen Sachen. Alles Teile OHNE Stacheln.



Hier jetzt die Stacheltüte: die Tüte selbst sollte entsprechend ausgewählt werden. Endweder so klein, daß es gerade so paßt, oder so groß und dünn, daß man sie mehrfach zusammenrollen kann (dabei mit jeder Drehung die Teile leicht zusammenrücken). Da sollte sich sowenig wie möglich bewegen können.


Die Sockel am Besten auf Styropor stecken. Hier noch einen Buzzer an die Seite gesteckt. Und es war noch etwas Platz für die Quarze. Für die Tüte selbst gilt natürlich auch das oben Gesagte.


IC's

… mit Papier, Pappe und antistatischen Materialien.


Hier dünne antistaische Folie, die nach der zweiten Umwickelung straff ziehe. Da verrutschen die Bauteile nicht mehr.


… und dann links und rechtherum einwickeln. Jetzt noch ein Klebestreifen zum fixieren und spannen.


ARM-Controller-Tüte


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